Inversionswetterlage

Bild aus "KOSMOS-Wetterjahr"
Bei Hochdruckwetterlagen im Herbst kommt es häufig zur Inversion (= Umkehrung) der üblichen Temperaturschichtung: Im Tal ist es dann kalt, auf den Bergen warm. Woran liegt das?
Die Erwärmung der Luft erfolgt nicht durch die Sonnestrahlen direkt. Vielmehr erwärmen die Sonnenstrahlen zunächst den Boden, dieser erwärmt dann die darüber liegenden Luftschichten. Deshalb nimmt die Temperatur normalerweise mit zunehmender Höhe ab. Infolge der kürzeren Tageslänge im Herbst kann die Sonne den Erdboden nicht mehr nennenswert erwärmen, die bodennahen Kaltluftschichten, die sich in der Nachtgebildet haben bleiben auch am Tag bestehen. Die Temperaturschichtung in der Luft wird jetzt durch die Dichteunterschiede zwischen warmer und kalter Luft bestimmt: Warme Luft hat eine geringere Dichte und steigt nach oben, kalte Luft sinkt ab.

In der bodennahen Kaltluft entsteht oft Nebel: Die kalte Luft kann nur wenig Wasserdampf aufnehmen, es kondensieren feine Nebeltröpfchen aus. Gleichzeitig sammeln sich bei solchen Wetterlagen auch schädliche Abgase (Autos, Industrieanlagen) in Bodennähe.
Solche Inversionswetterlagen können oft tagelang anhalten. Sie werden in der Regel durch einen Wechsel der Wetterlage (Anrücken eines Tiefdruckgebiets) mit aufkommendem Wind beendet.
